Connect. Discover. Grow.
Der Rope Jam für die queere Community in der Schweiz.
Verhaltenskodex und Safe(r)-Space-Guidelines von Rainbow Ties
Für die Events von Rainbow Ties gilt zusätzlich zur Hausordnung folgender Verhaltenskodex:
1. Grundsatz und Selbstverständnis
Unsere Gruppe ist ein inklusiver, diskriminierungssensibler Raum für queere, trans, inter, non-binäre, agender und questioning Personen sowie deren Partner*innen. Wir begegnen allen Anwesenden mit Respekt, Offenheit und Wertschätzung, unabhängig von Körperform, Beziehungsmodell, Erfahrungsschatz oder Identität.
2. Konsens und Grenzen
- Explizite Zustimmung: Alles, was über die grundlegende Raumnutzung hinausgeht (Berührungen, Fesseln, Fotos, emotionale Themen), erfordert ein klares, freiwilliges und jederzeit widerrufbares Ja.
- Ein Nein ist ein Nein: Jedes Zögern, Stopp-Signal oder Nein wird ohne Rechtfertigungsdruck, Diskussion oder Bewertung akzeptiert.
- Switching & Rollen: Rollen (Top, Bottom, Switch, Zuschauend) sind flexibel und niemals an Geschlecht, Körperbau oder Alter gebunden.
- Feedback: Wir fragen eine Person, ob wir ihr Feedback geben oder ein Kompliment machen dürfen.
3. Sprache & Pronomen
- Pronomen respektieren: Wir fragen nach Pronomen und Namenspräferenzen oder nutzen die im Raum angegebenen Bezeichnungen (z. B. auf Namensschildern).
- Entgenderte Anatomie: Bei der Erklärung von Fesseltechniken nutzen wir funktionale oder neutrale anatomische Begriffe (z. B. „Brustbereich“ anstatt geschlechtsspezifische Begriffe), sofern Personen keine anderen Wünsche äussern
4. Körpervielfalt, Dysphorie & Verletzbarkeit
- Körperbewusstes Fesseln: Wir nehmen Rücksicht auf geschlechtsangleichende Eingriffe (z. B. Narbengewebe nach Mastektomie), Binder-Nutzung, Prothesen oder chronische Schmerzen.
- Gegen Bodyshaming: Jede Körperform ist willkommen. Kommentare zu fremden Körpern, auch vermeintliche Komplimente, sind nur erwünscht, wenn die Person explizit danach fragt.
5. Privatsphäre, Medien & Vertraulichkeit
- Anonymität im Raum: Was im Raum besprochen oder praktiziert wird, bleibt im Raum (Vegas-Regel).
- Fotos & Videos: Aufnahmen sind absolut untersagt, es sei denn, alle im Bild sichtbaren oder im Hintergrund präsenten Personen haben vorab ausdrücklich zugestimmt.
6. Nachsorge & Triggermanagement (Aftercare)
- Aftercare ist Teil der Praxis: Wir planen Zeit für die emotionale und körperliche Nachbereitung nach intensivem Fesseln ein.
- Achtsamkeit bei Triggern: Seilarbeit kann emotionale Prozesse oder Trauma-Reaktionen auslösen. Wir unterstützen einander achtsam und ohne Wertung.
- Bei Rainbow Ties Veranstaltungen verstehen wir Seilarbeit explizit nicht als Therapiearbeit. Während Seilerfahrungen für einzelne Personen unter Umständen eine therapeutische Wirkung haben können, distanzieren wir uns ausdrücklich davon, unseren Raum, unsere Angebote oder unsere Tätigkeit therapeutisch zu verstehen.
7. Ansprechperson & Streitbeilegung
- Awareness-Team / Ansprechperson: Bei Unwohlsein, Grenzverletzungen oder Fragen kannst du dich jederzeit vertraulich an Kanjonoropu, Malice oder pikushii wenden.
- Verstösse: Wer sich wiederholt oder schwerwiegend nicht an diese Guidelines hält, kann vom Treffen oder der Gruppe ausgeschlossen werden.
