pikushii
pikushii kam 2010 zum ersten Mal mit Bondage in Berührung. 2015 besuchte sie im Secret56 die ersten Workshops als Model. Als sie 2018 Osada Steve während seiner Workshop Reihe in der Schweiz kennenlernte, liess der emotionale Aspekt des Shibari sie nicht mehr los. Seit 2019 besucht sie regelmässig Workshops, Trainings und Einzelstunden sowohl als Model wie auch als Rigger, in der Schweiz und auch international.
Mehrere Jahre widmete sie sich intensiv dem Osada Ryu und erreichte in diesem Stil den 5. Kyu. Gleichzeitig blieb sie stets offen für unterschiedliche Stilrichtungen. Vom minimalistischen Yukimura Style über von Naka San inspiriertes Semenawa bis hin zu modernen Interpretationen sammelt sie bewusst vielfältige Einflüsse. Aus dieser Vielfalt entwickelte sie schliesslich ihren eigenen Stil: das pikushii ryu.
Philosophie
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das Zusammenspiel von Aktion und Reaktion zwischen Rigger, Model und dem Publikum
pikushiis Fesseln ist sinnlich, emotioanl und erzählerisch. Sadistische, verspielte und psychologische Elemente ergänzen ihr Repertoire. Sie lässt Geschichten entstehen, die berühren und sowohl beim Model als auch bei den Zuschauern intensive Bilder und nachhaltige Emotionen hinterlassen.
Als neurodivergente Person (ADHS/ASS) bringt pikushii zudem einen besonderen Blick auf Kommunikation, Wahrnehmung und zwischenmenschliche Dynamiken mit. Gefühle sind für sie ein Zusammenspiel verschiedenster Informationen, die es zu analysieren und verarbeiten gilt. Im Rahmen von Trauma- und Verhaltenstherapie setzt sie sich seit mehreren Jahren intensiven mit ihrer Identität, Vertrauen, Grenzen und emotionalen Prozessen auseinander. Diese Erfahrungen prägen ihre Arbeit als Model, Rigger und Lehrerin. pikushii überwindet gerade eine Essstörung und bringt viel Erfahrung mit sich verändernden Körpern mit.

Unterricht
Seit 2020 unterstützte pikushii das Secret56 bei Privatlektionen, Workshops und Events. Seit 2024 war sie dort als Co-Trainerin tätig. Gemeinsam mit ihrem Partner kamicane gründete sie 2025 Nawaland.
In ihrem Unterricht verbindet sie technische Präzision mit emotionalem Verständnis. Technik ist das Fundament für kreatives und sicheres Improvisieren. Nur wer die Technik sicher und im Schlaf beherrscht, findet die Ruhe und Sicherheit um sich auf Kommunikation, Emotionen und Präsenz zu konzentrieren.
Gleichzeitig ist sie überzeugt, dass Soft Skills und Hard Skills nicht getrennt voneinander gelernt werden sollten. Wer versteht, warum eine Technik funktioniert, kann sie bewusst einsetzen und flexibel an unterschiedliche Situationen anpassen. Deshalb erklärt sie in ihren Workshops und Unterrichtsstunden nicht nur das Wie, sondern immer auch das Warum.


pikushii fesselt RedRopeTiger im Rahmen eines Projekts von Aijo Dojo. Foto: JackTheRigger

Prüfung zum siebten Kyu im Osada Ryu (Secret56)

Performance mit Metusa an der Swissbound. Foto: iWatch

Performance an der Swissbound. Foto: iWatch

Ästhethik. Model von pikushii gefesselt an den Yukimura Peer Ropes in der Harukumo Juku.

Tief eintauchen. Foto: JackTheRigger

Langsam auftauchen. Foto: JackTheRigger

Kemono Shibari. Fesselung und Foto: Kanjonoropu

Shakuhachi, die japanische Armflöte. Fesselung: Kanjonoropu, Foto: Yoko sumii

Tenshi und Agura. Gefesselt und fotografiert von kamicane

Yoko zuri Side Suspension. Fesselung und Foto: Sergey (kinbaku.be)

nach einer intensiven Fesselung langsam wieder auftauchen. Gefesselt von kamicane, Foto: JackTheRigger

pikushii in einem ebi zuri in einem Workshop mit Osada Steve sensei. Fesselung und Foto: Kanjonoropu

Ausdruck. Foto: JackTheRigger, gefesselt von kamicane.

Privatlektion mit Osada Steve sensei. Fesselung und Foto: Kanjonoropu

pikushii tief in sich versunken. Gefesselt und fotografiert von Ibinuphis (Secret56)

Fesselausflug nach Hamburg. Fesselung und Foto: Matthias Grimme

Zum Päckchen geschnürt. Gefesselt und fotografiert von Ibinuphis (Secret56)

In einer Burgruine rumhängen. Fesselung und Foto: Kanjonoropu
Im Frühling 2024 hatte pikushii ihre Premieren-Performance zusammen mit Metusa_nawa. Während pikushii in Ruhe stricken wollte, machte Metusa_nawa als vorwitzige Katze die Bühne unsicher. Sie wollte doch so gerne ausprobieren, wie es sich anfühlt, gefesselt zu werden und stiess absichtlich die kostbare Vase um. Untermalt von mitreissenden Melodien fesselte pikushii gekonnt und souverän und führte das Kätzchen in die aufregende und abenteuerliche Welt des Seils ein. Mit Wasser und Seil gezähmt, liess sich das Katzenbiest gerne auf diese Reise ein. Tosender Applaus war der Lohn der beiden für dieses gelungene Debut (Text: Secret56).



